SAECVLA SPIRIRALIA   4

Walter JARECKI: Signa loquendi. Die cluniacensischen Signa-Listen eingeleitet und herausgegeben. 1981. 366 Seiten.

Die Arbeit untersucht einen bisher kaum beachteten Aspekt der monastischen Lebensgewohnheiten des Mittelalter: die Zeichensprache. Diese verdankt ihre Entstehung dem Schweigegebot der Regula Benedicti, das im Oratorium, Refectorium und Dormitorium galt. Die Verständigung erfolgte durch eine Art Fingersprache. Die dabei benutzten Zeichen sind verschiedentlich festgehalten worden und liegen uns in Signa-Listen vor, die teils als Bestandteile monastischer Consuetudines, teils separat tradiert worden sind. Eine Bestandsaufnahme der handschriftlichen Überlieferung dieser Listen fehlte bisher. Sie wird hier für den cluniacensischen Bereich vorgenommen und in eine kritische Edition von sechs Signa-Listen umgesetzt. Von der gesicherten Textbasis ausgehend wird eine Analyse der edierten Listen hinsichtlich Umfang und Bearbeitungsmethoden vorgelegt. Dabei ergeben sich wichtige Erkenntnisse über die Geschichte der Zeichensprache in Cluny bis zum Ende des 11. Jahrhunderts. Ausblicke auf die weitere Entwicklung und auf die reiche Überlieferung von Signa-Listen runden die Darstellung ab.

»Die Zeichensprache hatte im Mittelalter eine grosse Bedeutung im monastischen Leben. Es wird gesagt, daß sie eine Spezialität der Zisterzienser war, doch schon lange vor Cîteau war die Zeichensprache im cluniacensischem Mönchtum verbreitet, und ebenso bei Reguliere Chorherren. Ein Verdienst des Verfassers ist es, in der Einleitung verschiedene Singna-Systemen und Singna-Listen inventarisiert zu haben. [...] Das Hauptanliegen dieses Werkes betrifft jedoch die cluniacensischen Signa-Listen. Von jeder Liste gibt der Verfasser das Entstehen, die Überlieferung in den Handschriften, und eventuell eine Verbindung mit anderen Listen. [...] Sie sind alle mit dem notwendigen Apparat versehen. Besonders nützlich ist das Register zu den Stichwörtern, das zu gleicher Zeit als Konkordanz der Listen aufgefaßt werden kann.«
Edm. Mikkers in Citeaux.

»Die Exponenten mehrerer Wissenschaftszweige werden dem Verfasser dankbar sein.«
K. Jos. S. Hallinger in Zeitschrift für Kirchengeschichte 94. Band 1983, Heft 1/2, Seiten 145-150.

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